Tiermedizin versus Humanmedizin

 

Kennen Sie den Serienklassiker “Der Doktor und das liebe Vieh”? Sie zeigt den Landtierarzt James Herriot, der im malerischen England der 1930er Jahren Groß- und Kleintiere behandelte. Alles, was er brauchte, konnte er in seiner Tierarzttasche zu den Patienten mitnehmen, und mehr gab es an Behandlungsmöglichkeiten auch noch nicht. 

 

Heute untersucht Dr. Noel Fitzpatrick in “Der Super-Doc-Einsatz für 4 Pfoten” auf SIXX Tiere mit CT-Scanner und stellt sogar Prothesen her. 

 

Was die Serie nicht thematisiert: Medizin verursacht hohe Kosten, beim Tier wie beim Menschen. 

 

Selbst in einer kleinen Tierarztpraxis muss bei einer Operation neben der Tierärztin eine Anästhesistin und eine OP-Assistentin arbeiten. Bei komplizierteren Eingriffen können im OP-Raum sogar fünf Personen sein. 

Ähnlich bei Notfällen: Damit in einer Klinik eine Person rund um die Uhr zur Verfügung steht, braucht man unter Berücksichtigung der Arbeitsruhezeiten und des Urlaubs fünf vollbeschäftigte Mitarbeiter. Nur die wenigsten Tierkliniken können das wirtschaftlich tragen.

 

In der Humanmedizin übernehmen Krankenhäuser diese Aufgabe, die durch die Krankenversicherung von allen gemeinsam finanziert werden, und als Patient muss man zumeist nur die Rezeptgebühr zahlen. Die wenigsten haben schon einmal einen Krankenhausaufenthalt selbst bezahlt, der tausende Euro pro Tag kostet.

 

Das ist gut so, aber wenn hochwertige Tiermedizin dieselben Standards wie ein Krankenhaus oder eine Facharztpraxis (nur eben für Tiere) liefern soll, entstehen vergleichbare Kosten. 

 

Deshalb wäre es wünschenswert, wenn mehr Tierbesitzer eine Tierkrankenversicherung abschließen würden.

 

Sie haben auch eine Rechtschutzversicherung und eine Versicherung gegen Sturmschäden, damit Sie nicht auf solchen unvermeidlichen, aber auch unerwarteten Kosten sitzen bleiben. 

 

In anderen Ländern hat sich diese Einsicht schon viel stärker durchgesetzt, in Schweden etwa sind beinahe 40% der Hunde versichert. Das ermöglicht nachvollziehbar viel bessere Behandlungsstandards, zum Beispiel lässt sich damit ein öffentliches Tiernotarztsystem finanzieren.